1. Überblick

Im Idealfall wird die Publikation in gedruckter Form genauso dargestellt, wie sie auf dem Bildschirm angezeigt wird. Wurde sie jedoch nicht sachgemäss auf den Druck vorbereitet, kann es zwischen dem ursprünglichen Entwurf und dem Endprodukt zu erheblichen Abweichungen kommen.

Die Diskrepanz zwischen dem, was auf dem Bildschirm angezeigt wird und dem endgültigen Druck erklärt sich aus dem grundlegenden Unterschied, der zwischen dem Aufbau von Bildern auf dem Bildschirm und ihrer Reproduktion auf Papier besteht. Bei einem Bildschirm wird eine Farbe z.B. durch eine Mischung aus rotem, grünem und blauem Licht erzeugt, bei einer Druckmaschine wird diese Farbe durch eine Mischung aus cyan- und mangentafarbener sowie gelber und schwarzer Tinte erzeugt.

In unserer Zusammenstellung beschäftigen wir uns mit der subtraktiven Farbreproduktion. Wir wollen einen Gesamtüberblick schaffen vom Umgang mit Farben bis zum effektiven Druck.

2. Farbmischungen

Das Mischen von Farben unterliegt unterschiedlichen Gesetzen, je nachdem ob wir es mit farbigem Licht oder mit Farbsubstanzen (Körperfarben) zu tun haben. Die zwei wesentlichen Farbmischgesetze sind die der additiven Farbmischung und der subtraktiven Farbmischung.

In der additiven Farbmischung wird Licht gemischt. Rotes Licht und grünes Licht ergeben gelbes Licht. In der subtraktiven Farbmischung werden Stoffe gemischt. Gelbe Farbpaste und cyanfarbene Farbpaste ergeben als Mischung grüne Farbpaste. Man muss streng unterscheiden zwischen der Mischung von Licht und der Mischung von Stoffen.


2.1 Additive Farbmischung (RBG-System)

Die Farbigkeit von Objekten, die selbst leuchten entsteht durch additive Farbmischung (Lichtfarben). Die drei Grundfarben in der Addition ergeben Weiss.

Vor mehr als 300 Jahren erkannte der englische Physiker Issac Newton, dass farbloses Licht mittels eines Prismas in eine Vielzahl von Farben zerlegt werden kann. Grundlage dieses Phänomens ist die Tatsache, dass die Brechung des Lichtes je nach Wellenlänge, sprich Farbe differiert. Weisses Licht lässt sich also in farbiges Licht zerlegen!

Bei der additiven Farbmischung addieren sich die Lichtfarben. Die gemischten Farben erscheinen deshalb heller.

Aus dieser Erkenntnis heraus wurde das additive Farbsystem entwickelt. Durch Mischung der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau werden alle anderen Farbtöne definiert. Das RGB-System wird auf Geräte angewendet die Lichtwellen aussenden, wie z.B. Fernseher oder Monitore. Betrachtet man einen Bildschirm mit der Lupe, dann sieht man, das dieser das Bild aus vielen einzelnen Punkten aufbaut, die sich wieder aus einem roten, einem grünen und einem blauen Punkt zusammensetzen. Je nach Farbton unterscheidet sich die Intensität der drei Grundfarben.

Um das, was auf einem Monitor zu sehen ist drucken zu können müssen die Farben aus dem additiven (RGB) in das subtraktive (CMYK) Farbsystem umgewandelt werden!


2.2 Subtraktive Farbmischung (CMYK-System)

Die Farbigkeit von Objekten, die nicht selbst leuchten entsteht durch subtraktive Farbmischung (Körperfarben). Die drei Grundfarben im Zusammendruck ergeben Schwarz.

Bei der subtraktiven Farbmischung werden die Lichtstrahlen absorbiert. Die Helligkeit nimmt deshalb ab und die gemischten Farben erscheinen dunkler.

Das subtraktive Farbsystem besteht aus den Grundfarben Cyan (Blaugrün) Magenta (Purpur) Yellow (Gelb) und Key (Schwarz), wobei Schwarz zur Verstärkung der Kontraste dient. Im Gegensatz zum RGB-System, welches Lichtfarben beschreibt, wird vom CMYK-System die Farbigkeit von Gegenständen beschrieben – alles was Licht reflektiert – also auch bedrucktes Papier! Wenn also ein Gegenstand Rot erscheint, dann bedeutet dies, dass er nur die langwelligen, roten Anteile des weissen Lichtes reflektiert (Blau und Grün = Cyan werden absorbiert). Ein roter Gegenstand "schluckt" also die Farben Grün und Blau und reflektiert das Rot, wodurch wir den Gegenstand dann auch als rot wahrnehmen.

Im Druck würde diese rote Farbe durch den Übereinanderdruck von Magenta und Yellow erreicht werden. Die verschiedenen Farbtöne werden ähnlich wie bei einem Bildschirm durch Rasterpunkte der Grundfarben erzeugt. Je nach Farbton unterscheidet sich die Grösse der Rasterpunkte. Ein reiner CMY-Druck hätte in der Praxis des Druckens kein richtig tiefes Schwarz, deshalb wird es zugesetzt.

Mischt man zwei subtraktive Grundfarben zu gleichen Teilen, so erhält man immer eine additive Grundfarbe!

 

Als Vergleich subtraktiver und additiver Farbmischung und um sich das Ganze etwas zu veranschaulichen, spielen Sie bitte mit folgendem Applet herum:

subtraktive Farbmischung (CMY)
additive Farbmischung (RGB)
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